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Arbeitsalltag
Tobias 26.März, 2008 @ 03:21 Abgelegt unter: Informationstechnik
Nachdem ich nun seit über zwei Monaten in Indien bin und mich gut eingelebt habe, hier ein kleiner Bericht über meinen Arbeitsalltag. Nach dem Aufstehen stürze ich mich zunächst einmal in den Verkehr um zu meiner Arbeitsstelle zu gelangen. Die liegt in einem Hochhaus an der Hosur Road im Süden von Bangalore. Die Hosur Road ist berühmt berüchtigt in Bangalore, da sie die einzige Verbindung zwischen dem Stadtzentrum und der „Electronic City“ ist. In der „Electronic City“ unterhalten unzählige westliche und indische Firmen ihre Softwareschmieden. Das Ergebnis ist, dass die Hosur Road praktisch ständig überlastet ist und man während der Hauptverkehrszeit gute 10 min pro km einplanen kann.
Um dieses Problem zu beheben wird über dieser Straße gerade eine weitere Straße gebaut, ein sogenannter Flyover. Diese sollte inzwischen fertig sein, aber wie bei den meisten großen Infrastrukturprojekten wurde der Fertigstellungstermin erst einmal für ein paar Monate nach hinten verschoben. Somit werde ich die Vorzüge des Flyovers definitiv nicht mehr erleben. Stattdessen, plane ich weiterhin jeden morgen 25 Minuten für die drei Kilometer zur Arbeit ein.
In den Bürogebäuden angekommen, merkt man eigentlich keinen großen Unterschied zu deutschen Büros. Lediglich die Liftboys in den Aufzügen sind etwas gewöhnungsbedürftig. Überhaupt sind einfache Arbeitskräfte in Indien so billig, dass an Servicepersonal nicht gespart wird. Der größte Unterschied zu den Deutschen Großraumbüros ist, dass ich hier in einem Cubicle sitze. Also in einem kleinen viereckigen Kasten, den sich bis zu vier Mitarbeiter teilen. Die indischen Kollegen sind auch sehr nett und haben mir die Eingewöhnung so einfach wie möglich gemacht.
Im Unterschied zu Deutschland sind die Arbeitszeiten mehr in die Abendstunden verschoben. Dies liegt daran, dass viel mit Deutschland kommuniziert wird, was wegen der Zeitverschiebung nachmittags oder abends stattfinden muss. Als kleinen Bonus gibt es dafür jeden Abend um 17:45 Uhr Snacks in der Kantine. Das Kantinenessen ist im Gegensatz zu Deutschland frei, dafür gibt es allerdings kein Fleisch, da viele Hindus Vegetarier sind. Die entgangene Fleischration kann ich aber zum Glück abends in den unzähligen Restaurants für wenig Geld nachholen. ![]()


27.März, 2008 @ 15:59
Hallo Tobias,
klasse zu lesen, wie unterschiedlich die Kulturen unserer Auslandsstation sind (im Bezug auf den Fleischgenuss etc.) und doch weisen sie einige Gemeinsamkeiten auf - wenn du ueber den Verkehr berichtest, tauchen doch Aehnlichkeiten auf (wobei das bei dir in Indien sicherlich noch um ein Vielfaches extremer ist).
Weiterhin alles gut und beste Gruesse aus der Zeitzone, die euch 8,5 Stunden hinterher hinkt…;)
Nicole