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Halbzeit in Tokyo
Julia 17.April, 2009 @ 04:52 Abgelegt unter: Personal
Hallo Blogger,
nun ist die erste Hälfte meiner Auslandsstation bereits vorüber. Die Zeit vergeht schnell, was sicherlich an der angenehmen Umgebung und den spannenden Aufgaben liegt. Zeit, einmal wieder etwas darüber zu schreiben
Im letzten Monat war ich hauptsächlich mit der Frauenförderung bei Bosch in Japan beschäftigt. Als kleines Highlight würde ich hierbei die Präsentation vor dem Bosch weit für Personal zuständigem Geschäftsführer bezeichnen. Da die Frauenförderung in diesem Jahr ein vom Bosch Management gestütztes Thema ist, hatte ich die Möglichkeit, unsere Japan-Analyse und das erarbeitete Konzepts der Landespersonalabteilung zu diesem Thema zu erläutern. War schon eine besondere Erfahrung, vor dem Geschäftsführer zu stehen und das eigene Projekt vorzustellen… Als Anschlussthemen sind wir hier in Japan gerade dabei, ein Mentoring-Programm aufzubauen.
Ansonsten drehen sich die meisten meiner Aufgaben um „change“ im Unternehmen. Wir führen verschiedene klassische Bosch-Personalinstrumente ein wie z.B. das Mitarbeiterentwicklungsgespräch (hier sprechen Mitarbeiter, Vorgesetzter und Vertreter der Personalabteilung über die mittelfristigen Entwicklungs- und Karriereziele des Mitarbeiters und erarbeiten Strategien, um diese zu erreichen), unterstützen eine offenere Führungs- und Feedbackkultur sowie eine faire Karriereförderung. Heute sind in den Managementpositionen insbesondere Männer und ältere Mitarbeiter (Senioritätsprinzip) zu finden. All diese Veränderung funktioniert natürlich nur, wenn die Mitarbeiter selbst ihre Ansichten und Einstellungen ändern, also spielt dabei „mind-setting“ eine große Rolle. Und sicherlich wird es eine Zeit lange dauern, um einen Wandel herbei zu führen. Aber irgendwo und irgendwann muss man nun einmal beginnen, sonst wird sich letztendlich gar nichts ändern…
Diese Woche stand zudem mein Zwischenfeedback mit meinem Vorgesetzten an. Ich habe bisher in jeder meiner Stationen darum gebeten und immer wurde meinem Wunsch entsprochen. Ich schätzte es sehr, zur „Halbzeit“ einmal darüber zu sprechen, wie ich wahrgenommen werde, wo Ansatzpunkte zur Verbesserung bestehen und auf was ich aufbauen kann. Wieder ein großer Vorteil des Traineeprogramms, innerhalb von zwei Jahren von verschiedenen Seiten und Perspektiven eine Rückmeldung zu meiner Person zu bekommen! Und an eben diese Rückmeldungen anknüpfen und darauf aufbauen zu können.
So, nun sende ich noch viele Grüsse an euch aus dem noch mit wenigen Kirschblüten verzierten Tokyo!
Bis bald, Julia

