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Endspurt in Anderson

Can • 29.Mai, 2009 @ 10:19 • Abgelegt unter: Einkauf

Mehr als vier Monate bin ich schon in den USA und ich habe das Gefühl als wäre die Zeit wie im Fluge vergangen. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich voll ausgelastet war/bin und jeden Tag etwas Neues dazu lerne und erfahre. Meine Aufgabe war es hier unter anderem eine weltweite Sourcing Strategie für die Einkaufskomponenten der Benzinpumpe mitzuentwickeln, welche nun langsam in Richtung Endspurt geht. Die Auswahl der richtigen Lieferanten für unsere weltweit verstreuten Werke ist eine große Herausforderung. Selbstverständlich ist hier eine Entscheidung, die sich nur nach dem Angebotspreis richtet, ausgeschlossen. Eine sehr wichtige Rolle spielt unter anderem unsere langfristig ausgelegte Lieferantenstrategie sowie unsere bisherige Erfahrung mit unseren Lieferanten bezüglich Qualität und Liefertreue. Auch Wechselkurspotentiale, mögliche Kapazitätsengpässe und vor allem Logistikkosten haben ein großes Gewicht bei der finalen Lieferantenstrategiefestlegung. Wie Ihr bemerkt, spielt bei der Lieferntenentscheidung eine Vielzahl von Parametern eine Rolle, die nicht nur quantitativer, sondern auch qualitativer Natur sind. Wichtig ist jedoch in einem internationalen Rahmen die Anzahl der Lieferanten für unsere Benzinpumpe gering zu halten, um Bündelungsvorteile auszuschöpfen.

Nachdem wir bald unsere erste Lieferantenbasis festgelegt haben, werde ich mit meiner netten Kollegien Lucretia die vorausgewählten Lieferanten besuchen, um mit den ersten Preisverhandlungen zu beginnen. Das heißt für mich: Koffer packen und durch die Staaten fliegen! Freu mich schon sehr, unsere amerikanischen Lieferanten kennenzulernen. Ich bin sehr gespannt auf die Werksführungen sowie Prozessaudits und natürlich auf die Ergebnisse unserer Preisverhandlungen.

Eine andere Aufgabe, die mich ebenfalls beschäftigt, betrifft unsere indirekten Materialien bei AFCO. Hierzu muss ich die richtige Auswahl für einen externen Dienstleister treffen, der den Einkauf und die Belieferung dieser Materialien selbständig regelt. Auch bei dieser Entscheidung ist nicht nur die monetäre Vorteilsbetrachtung wichtig, sondern auch die Konzeptqualität bzgl. des Managements unseres Lagers für die indirekte Materialen. D.h., welche technologischen Instrumente sollen eingesetzt werden, Scanner, RFID, etc.? Welche Vorteile stehen hier welchen Investitionskosten gegenüber? Macht VMI oder Konsignationslager in unserem Fall Sinn?
 
Um eine Antwort auf diese Fragen zu bekommen, habe ich ein “Integrated Supplier Day” organisiert, wo drei vorausgewählte Dienstleister ihre Konzepte bei uns im Haus vorstellen durften. Natürlich gab es auch eine Werksführung und eine ausgiebige Besichtigung unseres Lagers für indirekte Materialien, wo sich unsere potentiellen Dienstleister im Hinblick auf ihre Konzepte inspirieren lassen durften.  Abschließend wurden RFQs (Request for Quotations) verteilt, auf deren Grundlage die eingeladenen Dienstleister Ihre Preisangebote sowie Konzepte für das Lagermanagement abgeben müssen. Zurückblickend kann ich nur sagen, dass es für mich ein sehr interessantes und neues Gefühl war amerikanische Dienstleister durch den Tag zu moderieren.

Alles in allem hat es mir hier bisher sehr viel Spaß gemacht zu arbeiten. Meine amerikanischen Kollegen sind einfach klasse und sind mir schon ein bisschen ans Herz gewachsen. Zwar fehlen mir hier alle Annehmlichkeiten unserer vorbildhaften BOSCH-IT-Infrastruktur, wo es für jedes Problem ein IT-Tool gibt, doch im Notfall kann ich immer noch in unser BOSCH-Werk in Anderson hinüberlaufen, was nur fünf Minuten von AFCO entfernt liegt.

Wünsche euch noch ein schönes Wochenende.

Euer Can

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