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Im Land der aufgehenden Sonne
Monika 18.Juni, 2010 @ 10:33 Abgelegt unter: Forschung und Entwicklung, Allgemein
Hallo,
es wird Zeit, dass ich berichte, wie meine Zeit in Japan war. Anfang Dezember ging es los und ich bin nach Tokyo geflogen. Schon am Flughafen konnte ich einige Unterschiede der japnanischen Kultur zur deutschen feststellen. Ich musste mit dem Bus in die Stadt fahren. Mit dem Ticket dafür bin ich zur Haltestelle gegangen. Dort waren tatsächlich Linien eingezeichnet, wo ich für welchen Bus anstehen muss: eine Reihe für den nächsten abfahrenden Bus und eine weitere Reihe für den übernächsten. Alle anderen mussten irgendwo dahinter warten. Sobald ich in der Reihe für den nächsten Bus stand, kam ein Mitarbeiter, schaute sich an, wo ich hin will, machte einen Zettel an meinen Koffer und trug in zum “Ladebereich”. Als der Bus einfuhr, verkündete ein Mitarbeiter die Busnummer, das Ziel und vielleicht noch weitere Dinge. Aber ehrlich gesagt, habe ich nicht wirklich verstanden, was er gesagt hat. Alle Wartenden sind eingestiegen, während unser Gepäck verladen wurde. Kurz vor der Abfahrt kam einer der Mitarbeiter in den Bus, erzählte wieder etwas und verneigte sich tief. Auch die restlichen Mitarbeiter, die draußen standen verneigten sich tief, als der Bus losfuhr. Dieser Respekt und Hilfsbereitschaft sind im Servicebereich in Japan durchaus üblich und begnen einem immer wieder. Aber auch die Hilfsbereitschaft von fremden Personen auf der Straße ist groß - vorausgesetzt sie überwinden die Barriere, Englisch sprechen zu müssen. In der U-Bahn ist das Gefühl dann schon wieder anders. Da gibt es auch ausreichend Geschiebe und Gedrücke, aber anders passen die vielen Menschen nicht in die Bahnen.
So steckt das ganze Land, die ganz Kultur voller Gegensätze. Ein berühmtes Beispiel dafür sind die modernen Technologien, die in Japan entwickelt werden und auch überall im Alltag zu finden sind. Den vielen Bildschirmen, Handys, Spielekonsolen etc. kann man im täglichen Leben gar nicht aus dem Weg gehen. Gleichzeitig trifft man immer wieder auf die alte Tradition oder durch Tradition geprägte Verhaltensweisen. Überall sind Tempel und Schreine zu finden, Frauen und Männer in Kimonos sind keine Seltenheit und kleine traditionelle Gepflogenheiten, wie Horoskope, die Frage nach der Blutgruppe und bestimmte Rituale an Feiertagen gehören zum Alltag.
All diese Beobachtungen sind ein Grund, warum mir das Leben in Japan so sehr gefallen hat. Jeden Tag gab es neue Entdeckungen. Seien es nur die beiden kleinen Mädchen, die in der U-Bahn stehend, an die Nebenfrau angelehnt schlafen. So wurde selbst der Weg zur Arbeit und nach Hause nie langweilig. - Mein Arbeitsweg war mit ca. 20 Minuten (davon 6 Minuten U-Bahn) übrigens sehr kurz. Viele meiner Kollegen fuhren ca. eine Stunde mit dem Zug, was in Tokyo die durchschnittliche Zeit für den Arbeitsweg ist. - Vielleicht ist das auch der Grund, warum mir das tägliche Gewusel von Leuten so gefallen hat, während viele, auch Japaner, sagen, dass es sie nervt. Ein bisschen Stille und Einsamkeit zu finden, ist tatsächlich etwas schwieriger. Aber wenn man sich aufmacht und in die Natur fährt, wird man mit schönen, abwechslungsreichen Landschaften und Aussichten belohnt.
Ein weiteres Highlight in Japan und für Japaner besonders wichtig ist das Essen. Und die japanische Küche hat wesentlich mehr zu bieten als nur Sushi. Sehr überrascht waren die Japaner immer dann, wenn ich gesagt habe, dass ich Sushi liebe. Sie können sich einfach nicht vorstellen, dass Westler gerne rohen Fisch essen. Allerdings gibt es auch Sushi-Beläge, die in Deutschland nicht so üblich sind, wie kleine rohe Tintenfische, Austern, Seeigel, rohe Garnelen. Ansonsten wird alles gegessen, was aus dem Meer kommt: Muscheln, Schnecken, Alge, Krebse, Fische… Neben Sushi gibt es zum Beispiel noch Tempura: Gemüse, Meeresfrüchte oder Fleisch im Teig frittiert; Schabu Schabu: eine Art Fondue; verschiedene Varianten gegrilltes Fleisch: an Spießen oder auf Grills am Tisch; Ramen: eine Suppe mit spaghettiähnlichen Nudeln, die es an jeder Ecke in kleinen Restaurants oder Garküchen gibt; und noch vieles, vieles mehr, was ich hier gar nicht alles aufzählen kann. Am schönsten fand ich, dass beim Essen in Restaurants nicht jeder seine eigene Portion bestellt hat, sondern viele kleine Portionen, die geteilt wurden. So konnte ich viele verschiedene Dinge probieren und falls ich etwas nicht mochte, musste ich es nicht aufessen
Wie ihr seht, hat mir das Leben in Japan sehr gut gefallen. Wie es mir bei der Arbeit erging und was meine Aufgaben und Erfahrungen dort waren, werde ich im nächsten Blogeintrag schreiben.
Tschüss
Monika


15.Juli, 2010 @ 17:34
Wirklch sehr informativ! Werde aufjedenfall wieder kommen. Danke fuer den Beitrag.
Gruss
Andres