Im Land der aufgehenden Sonne
Monika 18.Juni, 2010 @ 10:33 Abgelegt unter: Forschung und Entwicklung, Allgemein
Hallo,
es wird Zeit, dass ich berichte, wie meine Zeit in Japan war. Anfang Dezember ging es los und ich bin nach Tokyo geflogen. Schon am Flughafen konnte ich einige Unterschiede der japnanischen Kultur zur deutschen feststellen. Ich musste mit dem Bus in die Stadt fahren. Mit dem Ticket dafür bin ich zur Haltestelle gegangen. Dort waren tatsächlich Linien eingezeichnet, wo ich für welchen Bus anstehen muss: eine Reihe für den nächsten abfahrenden Bus und eine weitere Reihe für den übernächsten. Alle anderen mussten irgendwo dahinter warten. Sobald ich in der Reihe für den nächsten Bus stand, kam ein Mitarbeiter, schaute sich an, wo ich hin will, machte einen Zettel an meinen Koffer und trug in zum “Ladebereich”. Als der Bus einfuhr, verkündete ein Mitarbeiter die Busnummer, das Ziel und vielleicht noch weitere Dinge. Aber ehrlich gesagt, habe ich nicht wirklich verstanden, was er gesagt hat. Alle Wartenden sind eingestiegen, während unser Gepäck verladen wurde. Kurz vor der Abfahrt kam einer der Mitarbeiter in den Bus, erzählte wieder etwas und verneigte sich tief. Auch die restlichen Mitarbeiter, die draußen standen verneigten sich tief, als der Bus losfuhr. Dieser Respekt und Hilfsbereitschaft sind im Servicebereich in Japan durchaus üblich und begnen einem immer wieder. Aber auch die Hilfsbereitschaft von fremden Personen auf der Straße ist groß - vorausgesetzt sie überwinden die Barriere, Englisch sprechen zu müssen. In der U-Bahn ist das Gefühl dann schon wieder anders. Da gibt es auch ausreichend Geschiebe und Gedrücke, aber anders passen die vielen Menschen nicht in die Bahnen.
So steckt das ganze Land, die ganz Kultur voller Gegensätze. Ein berühmtes Beispiel dafür sind die modernen Technologien, die in Japan entwickelt werden und auch überall im Alltag zu finden sind. Den vielen Bildschirmen, Handys, Spielekonsolen etc. kann man im täglichen Leben gar nicht aus dem Weg gehen. Gleichzeitig trifft man immer wieder auf die alte Tradition oder durch Tradition geprägte Verhaltensweisen. Überall sind Tempel und Schreine zu finden, Frauen und Männer in Kimonos sind keine Seltenheit und kleine traditionelle Gepflogenheiten, wie Horoskope, die Frage nach der Blutgruppe und bestimmte Rituale an Feiertagen gehören zum Alltag.
All diese Beobachtungen sind ein Grund, warum mir das Leben in Japan so sehr gefallen hat. Jeden Tag gab es neue Entdeckungen. Seien es nur die beiden kleinen Mädchen, die in der U-Bahn stehend, an die Nebenfrau angelehnt schlafen. So wurde selbst der Weg zur Arbeit und nach Hause nie langweilig. - Mein Arbeitsweg war mit ca. 20 Minuten (davon 6 Minuten U-Bahn) übrigens sehr kurz. Viele meiner Kollegen fuhren ca. eine Stunde mit dem Zug, was in Tokyo die durchschnittliche Zeit für den Arbeitsweg ist. - Vielleicht ist das auch der Grund, warum mir das tägliche Gewusel von Leuten so gefallen hat, während viele, auch Japaner, sagen, dass es sie nervt. Ein bisschen Stille und Einsamkeit zu finden, ist tatsächlich etwas schwieriger. Aber wenn man sich aufmacht und in die Natur fährt, wird man mit schönen, abwechslungsreichen Landschaften und Aussichten belohnt.
Ein weiteres Highlight in Japan und für Japaner besonders wichtig ist das Essen. Und die japanische Küche hat wesentlich mehr zu bieten als nur Sushi. Sehr überrascht waren die Japaner immer dann, wenn ich gesagt habe, dass ich Sushi liebe. Sie können sich einfach nicht vorstellen, dass Westler gerne rohen Fisch essen. Allerdings gibt es auch Sushi-Beläge, die in Deutschland nicht so üblich sind, wie kleine rohe Tintenfische, Austern, Seeigel, rohe Garnelen. Ansonsten wird alles gegessen, was aus dem Meer kommt: Muscheln, Schnecken, Alge, Krebse, Fische… Neben Sushi gibt es zum Beispiel noch Tempura: Gemüse, Meeresfrüchte oder Fleisch im Teig frittiert; Schabu Schabu: eine Art Fondue; verschiedene Varianten gegrilltes Fleisch: an Spießen oder auf Grills am Tisch; Ramen: eine Suppe mit spaghettiähnlichen Nudeln, die es an jeder Ecke in kleinen Restaurants oder Garküchen gibt; und noch vieles, vieles mehr, was ich hier gar nicht alles aufzählen kann. Am schönsten fand ich, dass beim Essen in Restaurants nicht jeder seine eigene Portion bestellt hat, sondern viele kleine Portionen, die geteilt wurden. So konnte ich viele verschiedene Dinge probieren und falls ich etwas nicht mochte, musste ich es nicht aufessen
Wie ihr seht, hat mir das Leben in Japan sehr gut gefallen. Wie es mir bei der Arbeit erging und was meine Aufgaben und Erfahrungen dort waren, werde ich im nächsten Blogeintrag schreiben.
Tschüss
Monika
Zurück nach Deutschland: Von Projektabschlüssen und -übergaben
Katrin 6.Juli, 2009 @ 08:54 Abgelegt unter: Controlling / Logistik
Hallo liebe Blog-Leser,
nach einiger Zeit hört Ihr mal endlich wieder was von mir und – ja, ich lebe noch, bin allerdings ein wenig gestresst. Der Grund ist, dass meine Auslandsstation in Spanien morgen beendet ist. Zwar habe ich mittlerweile eine gewisse Routine in Projektabschlüssen, Abschiedsfrühstücken, Sachen packen und Verabschiedungen, es ist aber irgendwie immer wieder viel zu tun.
Was zu Ende jeder Station ansteht, ist die Organisation von Projektabschlüssen und -übergaben. Nach 5 Monaten in einer Station ist man doch schon sehr in den verschiedenen Themen mit eingebunden und hat seine Rolle und Aufgaben übernommen. Zum Ende muss man also die Arbeit so an die Mitarbeiter übergeben, dass Sie mit wenig Aufwand weitergeführt werden können.
Offene Punkte müssen geklärt und wenn möglich abgeschlossen werden, Anleitungen zum Einsatz verschiedenen Tools geschrieben und Abschlussgespräche geführt werden. Wichtig ist es hierbei, die Mitarbeiter schon sehr früh eng in seine Projekte mit einzubeziehen und von den Verbesserungen, die Sie bringen können zu überzeugen. Das fällt nicht immer leicht, da grad die Überzeugungsarbeit manchmal mühsam ist, mit der Zeit lerne ich aber immer mehr dazu.
Diese Arbeitsweise zu lernen ist in meinen Augen ein großer Benefit des Junior Managers Programs: man muss Projekte planen (ohne Planung kommt man nicht zum Ziel), eng verfolgen (man hat kaum Zeit zur Umsetzung) und muss alle Beteiligten so eng mit einbeziehen, dass die Verbesserungen nach Projektabschluss in die operative Arbeit übernommen werden kann. Und in diesen Punkten werde ich in meinen Augen mit jeder Station besser. So finde ich jetzt einen Tag vor der Rückreise doch noch ein wenig Zeit hier mal wieder zu posten!
In meiner nächsten Station werde ich in unserem Werk in Göttingen im Controlling eingesetzt sein. Auf diese Station freue ich mich schon besonders, da das Controlling ein ganz neues Feld für mich sein wird (meine bisherigen Stationen waren alle in der Logistik) und ich sicher in den vier Monaten viel Lernen werde.
Zu meinen Aufgaben und ersten Erfahrungen berichte ich dann im nächsten Blog!
Bis zum nächsten Mal!
Katrin
Halbzeit in Tokyo
Julia 17.April, 2009 @ 04:52 Abgelegt unter: Personal
Hallo Blogger,
nun ist die erste Hälfte meiner Auslandsstation bereits vorüber. Die Zeit vergeht schnell, was sicherlich an der angenehmen Umgebung und den spannenden Aufgaben liegt. Zeit, einmal wieder etwas darüber zu schreiben
Im letzten Monat war ich hauptsächlich mit der Frauenförderung bei Bosch in Japan beschäftigt. Als kleines Highlight würde ich hierbei die Präsentation vor dem Bosch weit für Personal zuständigem Geschäftsführer bezeichnen. Da die Frauenförderung in diesem Jahr ein vom Bosch Management gestütztes Thema ist, hatte ich die Möglichkeit, unsere Japan-Analyse und das erarbeitete Konzepts der Landespersonalabteilung zu diesem Thema zu erläutern. War schon eine besondere Erfahrung, vor dem Geschäftsführer zu stehen und das eigene Projekt vorzustellen… Als Anschlussthemen sind wir hier in Japan gerade dabei, ein Mentoring-Programm aufzubauen.
Ansonsten drehen sich die meisten meiner Aufgaben um „change“ im Unternehmen. Wir führen verschiedene klassische Bosch-Personalinstrumente ein wie z.B. das Mitarbeiterentwicklungsgespräch (hier sprechen Mitarbeiter, Vorgesetzter und Vertreter der Personalabteilung über die mittelfristigen Entwicklungs- und Karriereziele des Mitarbeiters und erarbeiten Strategien, um diese zu erreichen), unterstützen eine offenere Führungs- und Feedbackkultur sowie eine faire Karriereförderung. Heute sind in den Managementpositionen insbesondere Männer und ältere Mitarbeiter (Senioritätsprinzip) zu finden. All diese Veränderung funktioniert natürlich nur, wenn die Mitarbeiter selbst ihre Ansichten und Einstellungen ändern, also spielt dabei „mind-setting“ eine große Rolle. Und sicherlich wird es eine Zeit lange dauern, um einen Wandel herbei zu führen. Aber irgendwo und irgendwann muss man nun einmal beginnen, sonst wird sich letztendlich gar nichts ändern…
Diese Woche stand zudem mein Zwischenfeedback mit meinem Vorgesetzten an. Ich habe bisher in jeder meiner Stationen darum gebeten und immer wurde meinem Wunsch entsprochen. Ich schätzte es sehr, zur „Halbzeit“ einmal darüber zu sprechen, wie ich wahrgenommen werde, wo Ansatzpunkte zur Verbesserung bestehen und auf was ich aufbauen kann. Wieder ein großer Vorteil des Traineeprogramms, innerhalb von zwei Jahren von verschiedenen Seiten und Perspektiven eine Rückmeldung zu meiner Person zu bekommen! Und an eben diese Rückmeldungen anknüpfen und darauf aufbauen zu können.
So, nun sende ich noch viele Grüsse an euch aus dem noch mit wenigen Kirschblüten verzierten Tokyo!
Bis bald, Julia
Ein Hoch auf Outlook…
Katrin 12.März, 2009 @ 09:38 Abgelegt unter: Controlling / Logistik
…denn sonst würde ich sicher bei dem Stress hier nicht so regelmäßig daran denken, zu posten. Das liegt zum einen sicher an den vielen neuen Eindrücken, die eine neue Station und dazu noch eine Auslandsstation mit sich bringt und zum anderen an den vielen Aufgaben, die ich hier mittlerweile habe. Und um es kurz auf den Punkt zu bringen: Ich mache eigentlich Alles, was etwas mit Logistik zu tun hat. Klar, bei den einen mehr und bei den anderen weniger, aber prinzipiell bekomme ich in dieser Station einen super umfassenden Einblick in die Logistik dieses Werkes.
Auf der einen Seite kann ich meine bisherigen Erfahrungen mit dem Bosch-Produktions-System (BPS) einbringen und auf der anderen lerne ich viele neue und spannende Bereiche kennen.
Zu Beginn meiner Station habe ich zum Beispiel ein sehr interessantes Projekt begonnen. Die Anbindung eines Lieferanten an zwei Werke des Geschäftsbereiches SG. Der Lieferant ist ein interner Lieferant, das heißt ein anderes Bosch-Werk. Das Werk in Feuerbach liefert Klauenpole an die Werke Cardiff (Wales) und Treto (Spanien).
Ziel des Projektes ist es, die Versorgung mit Material aus dem Lieferwerk so zu steuern, dass der Bestand definiert und auf den Bedarf angepasst, also verbrauchsgesteuert, ist. Das bedeutet, dass wir in Spanien einen so genannten Supermarkt aufbauen und beim Lieferwerk nur die Mengen bestellen die vorher verbraucht wurden. Der Bestand, den wir in diesem Supermarkt haben müssen, um die Versorgung der Montage zu garantieren, berechnet sich aus verschiedenen Faktoren, wie z.B. dem durchschnittlichen Bedarf, dem Maximalbedarf in der Periode und der Zeit, die benötigt wird um das entnommene Material zu ersetzen. Darüber hinaus müssen für ein solches Anbindungskonzept weitere Punkte, wie Transportkonzept und –steuerung, Leergutsteuerung und ein Eskalationskonzept erarbeitet werden. Die besondere Herausforderung dieses Projektes ist es, die unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Werke in den verschiedenen Ländern zu koordinieren und in einem gemeinsamen Konzept zu vereinbaren.
Eine weitere für mich persönlich große Herausforderung ist das koordinieren von drei verschiedenen Sprachen in meinem Kopf. Für viele von Euch ist das sicher kein Problem, aber ich bin derzeit so konzentriert auf das Erlernen von Spanisch (und mein Spanisch muss noch dringend weiter verbessert werden), dass es mir ab und an passiert, dass mir die einfachsten Wörter auf Englisch nicht mehr einfallen wollen. Da fühlt man sich manchmal echt etwas „sprachlos“…
Und Outlook erinnert mich schon wieder an meinen nächsten Termin…
Viele Grüße aus der Sonne
Katrin
Vivo en España – oder meine ersten Tage in Spanien
Katrin 12.Februar, 2009 @ 04:45 Abgelegt unter: Controlling / Logistik
Hola liebe Blog-Leser,
Wie Ihr schon an der Überschrift sehen könnt bin ich mittlerweile in Spanien angekommen. Leider lag ich bei meinem letzten Beitrag (…“ab in die Sonne“) etwas daneben, denn seit ich hier angekommen bin (und das war vor 2 Wochen!) regnet es quasi ununterbrochen.
Aber sonst erahne ich, dass es hier, wenn die Sonne scheint, sehr schön sein wird: In Laredo (das ist mein Wohnort) gibt es einen ca. 5 km langen Strand direkt am Atlantik, für derzeit 20.000 Einwohner geschätzte 200 Bars und die Spanier sind wirklich freundlich. Sie schauen zumindest freundlich, denn von dem gesprochenen verstehe ich, trotz meines Sprachkurses, bislang meistens nur einen Bruchteil. Also alles in Allem ist es hier schön und ich freue mich schon auf die nächsten Monate.
Meine ersten Arbeitstage habe ich auch schon hinter mir. Am ersten Tag hat mich die Personalabteilung über einige Besonderheiten im spanischen Werk aufgeklärt:
- Mittagessen: Es gibt eine Kantine die zu klein für alle ist, daher isst man in zwei Schichten. Man darf sich aber nicht irgendwo hinsetzten, am ersten Tag habe ich einen Platz zugewiesen bekommen, auf dem ich jetzt jeden Tag sitzen werde. Das Essen ist organisiert wie im Restaurant, man bestellt bei der Bedienung und bekommt meist sehr schnell das Bestellte. Man isst in der Regel Vor-/Haupt und Nachspeise.
- Arbeitszeit: Die Spanier machen’s quasi umgekehrt wie die Eichhörnchen: Im Winter sammeln Sie für den Sommer. Heißt: über 9 Monate wird mehr gearbeitet, damit man im Sommer drei Monate lang mittags an den Strand gehen kann. Prinzipiell eine gute Sache, leider bin ich nur während der Sammelzeit in Spanien. Mal sehen was meine Kollegen der nächsten Station sagen, wenn ich berichte, dass ich im Winter Stunden gesammelt habe und um 14:00 ausstempele
- Arbeitskleidung: Es herrscht noch das Motto „Kleider machen Leute“. Ich trage einen weißen Kittel, gehöre also zum Büropersonal. Die Mitarbeiter am Band tragen hellblaue Kleidung, die Schichtführer dunkelblaue. Externe tragen die Arbeitskleidung der Heimfirma. Im Lager ist eine Warnweste Pflicht.
Aber das sind alles Dinge an die man sich schnell gewöhnt, eine Auslandsstation ist eben immer eine neue Erfahrung und man lernt viele neue Dinge kennen.
Inhaltlich bin ich noch total in der Einarbeitungsphase, was auch sicher daran liegt, dass die Kommunikation auf Spanisch nicht ganz einfach ist. Aber das ist auch die effektivste Art und Weise eine Sprache zu lernen. Den heißen spanischen Diskussionen in den Besprechen kann ich mittlerweile schon ein wenig folgen ;-)
Jetzt geht es für mich gleich zum Mittag, da muss ich auch schnell los, damit ich meinen Time-Slot zwischen 14:00 und 14:30 erwische!
In diesem Sinne bis zum nächsten Mal!
Eure Katrin
Konnichiwa Tokyo!
Julia 2.Februar, 2009 @ 03:21 Abgelegt unter: Personal
Liebe Blogger,
nun ist schon mein erster Monat in Japan vorbei, wie schnell die Zeit vergeht… Das spricht aber auch dafür, dass ich mich gut eingelebt habe und mich wohl fühle! Japan und seine Menschen sind einfach sehr, sehr freundlich und nett. Und mal davon abgesehen befinde ich mich in einer unglaublich lebhaften und spannenden Stadt!
Gerade sitze ich in meinem kleinen Appartment, welches Bosch für mich organisiert hatte. Überhaupt war die Vorbereitung meiner Reise wirklich vorbildlich. Von der Ticketbuchung über die Beantragung meiner Arbeitserlaubnis, die Wohnung, einige Dinge, die ich per Luftfracht nach Japan schicken durfte, und dem Internet - um nichts musste ich mich kümmern. Und nun wohne ich also ca. 25 Minuten von Shibuya entfernt, einem der absoluten Inn-Vierteln der Stadt. In Shibuya befindet sich auch Bosch, in einem großen, modernen Gebäude mit immerhin 17 Stockwerken. Von meinem Platz aus habe ich eine wunderschöne Sicht auf die Skyline Tokyos, und wenn wir Glück haben und der Smog einmal nicht so über der Stadt schwebt, dann können wir sogar den Fuji-san sehen…
Meine Kollegen und Kolleginnen haben mich unglaublich herzlich aufgenommen. Auf Grund der Tatsache, dass die meisten Englisch und einige sogar sehr gut Deutsch sprechen, ist die Verständigung überhaupt kein Problem. Im Gegenteil, es führt dazu, dass ich meine mühsam erarbeiteten Japanischkenntnisse (ebenfalls eine von Bosch übernommen Leistung, die ich in Deutschland in Anspruch genommen hatte) praktisch noch nicht anwenden “musste”, zumindest nicht beim Arbeiten
Meine Abteilung nennt sich ”HRC Japan”, was für Human Resources Country steht. Es ist also die zentrale Personalabteilung für Japan (quasi jedes Land hat bei Bosch eine solche Einheit). Die HRC übernimmt viele Koordinationsaufgaben, übt Governancefunktionen aus und ist das Bindeglied zwischen den Personalabteilungen der Standorte (die HRLs, von denen habe ich in meinem letzten Beitrag berichtet), der Zentrale in Deutschland und den verschiedenen Geschäftsbereichen bei Bosch. Somit habe ich nun nach meiner Station in Schwieberdingen in der HRL und danach bei der Station auf der Schillerhöhe in einer Corporate Abteilung eine weitere “Personalinstitution” kennen gelernt.
Im Prinzip konnte ich, und dafür bin ich meinem Chef sehr dankbar, gleich in der ersten Woche mit den Aufgaben loslegen. In den nächsten Monaten werde ich mich der Frauenförderung in Japan und eben speziell bei Bosch widmen und zusammen mit den Kollegen ein internes, auf Wissentransfer ausgerichtetes, internationales Förderprogramm konzipieren. Während die Frauenförderung sehr, sehr viel Recherearbeit beinhaltet (Statistiken zu Demographischem Wandel, Arbeitsmarktdaten, Frauen im Arbeitsleben, z.B. Führungspositionen usw. ), werde ich bei meinem zweiten Thema viel Kontakt zu Personalern in ganz verschiedenen Ländern haben. Insofern lerne ich ein unglaublich breites Spektrum an Aufgaben kennen und kann meine Kontake weiter ausbauen. In jedem Fall wird diese Station von Projektarbeit im internationen Umfeld geprägt sein und damit eine ganz andere Seite der Personalpolitik aufweisen… Und das zeigt mir ein weiteres Mal, wie unglaublich vielfältig und facettenreich das Traineeprogramm aufgebaut ist!
Sobald ich meine Aufgaben etwas Genauer greifen kann, werde ich mehr berichten, versprochen!
Bis dahin wünsche ich euch eine gute Woche!
Beste Grüße,
Julia
Endspurt und dann ab in die Sonne…
Katrin 21.Januar, 2009 @ 12:19 Abgelegt unter: Controlling / Logistik
Hallo liebe Blog-Leser,
zunächst einmal wünsche ich Euch allen ein frohes, neues und gesundes Jahr 2009.
Das abgelaufene Jahr war für mich sehr spannend. Im April habe ich mit dem Trainee-Programm für Logistik und Controlling bei Bosch begonnen und arbeite nun schon seit 9 Monaten und zwei Stationen. Puh, wie die Zeit rennt…
Da auch das Unternehmen Bosch nicht ganz von der Wirtschaftskrise verschont geblieben ist, sind meine Weihnachtsferien etwas länger ausgefallen. Schon eine Woche vor Weihnachten hatten wir hier in Blaichach den letzten Produktionstag und bedingt durch den Feiertag „Heilige Drei Könige“ haben wir im Januar auch erst spät angefangen und ich hatte mehr als drei Wochen frei.
Gleichzeitig mit dem Jahresbeginn geht es für mich in den Endspurt meiner zweiten Station. Im Werk Blaichach arbeite ich in der Werkslogistik und bearbeite hier ein Projekt, in dem es um die Umsetzung des BPS geht (BPS: Bosch-Produktions-System). Ziel des BPS ist es, schlanke Liniengestaltung, niedrige Bestände und Kosten mit trotzdem hervorragender Qualität und pünktlichen Lieferungen zu verbinden. Zur Umsetzung des BPS gibt es verschiedene Instrumente die in den verschiedenen Produktionswerken von Bosch angewandt werden.
Das Werk Blaichach ist führend bei der Umsetzung von BPS, und hat in diesem Bereich bereits viele der jährlich ausgeschriebenen BPS-Awards gewonnnen. Daher war es mein Wunsch „Best Practice“ in diesem Bereich „am eigenen Leib“ zu erfahren und eine Station hier zu absolvieren. (Ganz nebenbei liegt das Werk nur 20 km nördlich von Oberstdorf ideal für den einen oder anderen Ski-Ausflug am Wochenende ;-)
Meine Aufgabe ist es, die Umplanungen der Produktionssteuerung zu analysieren und Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten. Das Produktionsprogramm der Endmontage wird für die kommenden Wochen fein geplant, so dass sich alle Vormontagen und auch die Beschaffung auf das Produktionsprogramm einstellen können. So werden unter anderem die Maschinenbelegung und auch der Bestand an Komponenten danach geplant, welche Verbräuche durch die Endmontage geplant sind. Durch verschiedene Einflüsse, wie z.B. Kundenabrufschwankungen oder technische Probleme, kann eine kurzfristige Umplanung der Endmontage notwendig sein. Diese Umplanungen führen zu Mehraufwand in der gesamten Supply Chain oder sogar zu fehlenden Komponenten bzw. für die Produktionsmengen zu hohem Bestand.
Für die Analyse dieser Umplanungen habe ich während meiner Station ein Excel-Tool entwickelt, das die Produktionspläne zu verschiedenen Zeitpunkten miteinander vergleicht. Damit kann ich kritische Umplanungen erkennen. So können im sogenannten PDCA-Zyklus (Plan, Do, Check, Act) die Ursachen der Abweichung analysiert, und nachhaltige Maßnahmen definiert werden, damit diese Abweichungen in Zukunft nicht mehr auftreten. Die Grenze zwischen kritischer und unkritischer Umplanung ist allerdings sehr schwer fassbar und so hat sich die Definition dieser Grenze als besondere Schwierigkeit dieser Aufgabe herausgestellt. Die Einflussgrößen eines solch komplexen Systems sind vielfältig und ich lerne beinahe täglich neue Einflussgrößen kennen! In den letzten Wochen geht es für mich noch darum die Excel-Auswertung in das Planungs-System zu integrieren und Umplanungen damit für alle transparent zu machen und die Erkenntnisse, die ich gesammelt habe, zu übergeben. Insgesamt habe ich viel über die Zusammenhänge gelernt und kann so viele gute neue Erfahrungen in meine weiteren Stationen mitnehmen.
Ende Januar mache ich mich auf den Weg nach Spanien in meine nächste Station. Die Station wird also nicht nur fachlich eine interessante Herausforderung, auch sprachlich und kulturell wird es nicht leicht. Mein Spanisch ist bisher noch sehr dürftig, obwohl ich mein Seminarbudget für Sprachen, das jedem Trainee zur Verfügung steht, ausgenutzt habe. Ich hoffe, dass das besser wird, wenn ich erst einmal vor Ort in der Sonne bin ;-)
Also: „Hasta pronto“ und „Adios”! In meinem nächsten Blog kann ich Euch schon von meinen ersten Erfahrungen in Espana berichten.
Eure Katrin
Schön war die Zeit…
Tobias 18.Dezember, 2008 @ 06:17 Abgelegt unter: Informationstechnik
Nachdem ich mir nun eine längere Auszeit genommen habe, will ich euch mal berichten, wie es mir die letzten Monate ergangen ist. Gegen Ende meines Indien Aufenthalts wurde es noch einmal richtig stressig, da mein Projekt in die heise Phase ging und ich noch viele Dinge erledigen musste, damit ich es mit gutem Gewissen den indischen Kollegen überlassen konnte.
Nach meiner Rückkehr nach Deutschland habe ich mir eine kleine Auszeit gegönnt und bin anschließend voller Tatendrang in meine letzte Station im IT-Vertrieb gestartet. Der IT-Vertrieb ist die Schnittstelle zwischen den Bosch-internen Kunden und den IT-Abteilungen. Eine der Hauptaufgaben ist es die verschiedenen Kundenanforderungen zu erkennen und zu sammeln und somit aufwändige Doppelentwicklungen zu vermeiden. Allerdings war mein Aufenthalt in der Abteilung nur von kurzer Dauer, da ich schon zu Beginn ein Jobangebot aus der Abteilung meiner ersten Trainee-Station erhielt. Da mir die Arbeit in der Abteilung sehr gut gefallen hatte, habe ich sofort zugegriffen. Somit bin ich seit Anfang November auf meiner Planstelle, auf der ich ein Projekt im SAP Umfeld betreue.
Abschließend kann ich sagen, dass die Trainee Zeit eine sehr tolle und lehrreiche Zeit war. Wobei bei mir sicherlich der Aufenthalt in Indien der Höhepunkt war. Aber auch in Deutschland konnte ich durch das Programm zahlreiche Kontakte knüpfen und viele verschiedene Bereiche sehen.
Bleibt mir nur noch euch allen Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen!
Erste Erfahrungen aus Brasilien
Stefano 13.November, 2008 @ 04:36 Abgelegt unter: Technischer Vertrieb
Hallo Liebe Leser,
Nach mittlerweile fast 4 Wochen in meiner neuen Heimat Brasilien wird es nun endlich mal Zeit hier wieder ein paar Zeilen zu hinterlassen. Seit dem 15. Oktober arbeite ich jetzt bei Bosch im Campinas im Geschaeftsbereich AA (Automotiv Aftermarket), genauer gesagt im Vertrieb fuer Industriekunden.
Nach den verschiedene Staionen im Automobilbereich ist es sehr interessant nun auch mal Kunden aus der „Industrie“ zu erleben. Waehrend man im Vertrieb fuer einen Automobilhersteller nur wenige Kunden (1 oder 2) mit wenigen Produkten betreut, werden hier im I-Business (Industrial Business) viele verschiedene Kunden mit dem gesamten Produktportfolio versorgt.
In den ersten beiden Wochen hier in Campinas war mein Kalender vollgestopft mit Terminen. In erster Linie Meetings mit den Kollegen aus den verschiedenen Abteilungen, aber auch mit Besuchen bei den verschiedenen Kunden die unsere Produkte aus dem Automobilbereich in unterschiedlichster Art und Weise verwenden. Dazu gehoeren so interessante Anwendungen wie Elektromotoren aus dem Automobilbereich die z.B. als Antrieb fuer Zahnarztstuhele eingestez werden.
Neben der Arbeit kommt die Freizeit natuerlich auch nicht zu kurz. In der Zeit die ich hier bin moechete ich so viel wie moeglich Reisen und das Land kennen lernen. Da trifft es sich gut, dass Stefan, ein weiterer Trainee aus Deutschland ebenfalls hier ist. An meinem ersten Wochende hier sind wir mit einigen anderen Kollegen nach Guarujá ans Meer gefahren. Und diesen Samstag werden wir São Paolo erkunden.
Soviel an dieser Stelle, weitere Erfahrungen folgen.
Endspurt in Mexico City
Janica 18.August, 2008 @ 10:25 Abgelegt unter: Personal
¡Hola!
“6 Monate Mexiko”, klangen nach einem langen Zeitraum, der nun doch schon wieder vorbei gezogen ist. Für mich läuft der Countdown: Noch 10 Tage bis zum Rückflug und ein Berg von unabgeschlossenen Aufgaben. Die letzten Wochen waren spannend, aufregend und mit einigen Herausforderungen gespickt, weil unser Chef länger nicht vor Ort war und wir als Gruppe ohne Führungskraft die anstehenden Aufgaben meistern sollten: eine tolle Erfahrung in diesem deutsch-mexikanischen Team!
Nun gilt es für mich noch möglichst viel abzuschliessen und eine saubere Übergabe an meinen Kollegen vorzubereiten, damit meine Projekte aus dem Einführungs- in den Programmstatus übergehen können.
Für mich ist momentan ein merkwürdiger Zeitraum, da ich mich nicht nur von Mexiko verabschiede, sondern auch aus dem Traineeprogramm. Zum 1. September (nach 21 Monaten im Programm) gehe ich auf meine Anschlussposition als Personalreferentin in einem Werk über. Ich habe die Zeit sehr genossen, eine sehr steile Lernkurve erfahren und möchte keine Sekunde missen: kein Seminar, kein Traineetreffen, keine Aufgabe, … Ich weiss, dass ich für mich den richtigen Berufseinstieg gewählt habe.
Ein letzter Gruss und saludos aus México,
eure Janica
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