Die gemeinen Gemeinkosten…
Katrin 14.September, 2009 @ 05:39 Abgelegt unter: Controlling / Logistik
Wie im letzten Blog versprochen hat das Tempo im Controlling angezogen und die letzten Wochen waren arbeitsintensiv für mich und ich habe kaum Zeit gefunden zu schreiben. Daher jetzt der nächste Bericht meiner Station im Controlling nach dem „Sturm“ der Gemeinkostenplanung im Wirtschaftsplan…
Wie schon im vorangegangenen Blog angekündigt unterstütze ich vier Monate lang die Wirtschaftsplanung der nächsten drei Jahre im Werk Göttingen. Ziel im Wirtschaftsplan eines Werkes ist es, die so genannten Planherstellkosten (PHEK) ihrer Produkte zu kalkulieren.Die PHEK eines Produktes werden im Wesentlichen bestimmt durch die Materialkosten und durch die Gemeinkosten. Im Wirtschaftsplan wird die PHEK auf Basis dieser Kostenanteile so kalkuliert, dass die Plankosten durch die Planablieferung der TPZ (Technischen Planzahl) gedeckt sind. Steigen die PHEK durch Erhöhung der Material- oder der Gemeinkosten bzw. durch verringerte Werkablieferung sinkt bei gleichen Produktpreisen am Markt der Gewinn und im schlechtesten Fall machen wir Verlust mit unseren Produkten.
Die Höhe der Materialkosten hängt neben den Einkaufspreisen am Markt im Wesentlichen von der Anzahl der produzierten Erzeugnisse ab, ist also ein variabler Anteil der Kosten. Sinkt die Ablieferung, sinken auch die Kosten für das Material.Die Gemeinkosten in Göttingen sind aber zu einem großen Teil fixe Kosten, fallen also an, ohne dass wir einen einzigen Starter oder Generator montieren. Sinkt die Ablieferung (wie es in der aktuellen wirtschaftlichen Lage leider der Fall ist) treten diese Kosten weiterhin auf und steigern so die Herstellkosten des Produkts.
Genau dies ist unser Dilemma: Berücksichtigen wir die gestiegenen Kosten durch den hohen fixen Anteil nicht im Preis unserer Produkte können wir die Kosten nicht decken, kalkulieren wir einen gestiegenen Produktpreis und müssen das Produkt im Markt teurer anbieten, fallen wir gegenüber der Konkurrenz aus dem Markt.
Daher ist die Gemeinkostenplanung in diesem Jahr in meinen Augen besonders interessant und zentrale Aufgabe meiner Station im Werkscontrolling. Hiermit habe ich mich auch in den letzten Wochen stark beschäftigt. Ich habe die Gemeinkosten in die großen Blöcke Personal und Budget aufgeteilt und in einer Personalabfrage den Personalbedarf für das kommende Jahr ermittelt und in der Budgetabfrage die geplanten Budget der einzelnen Kostenstellen abgefragt. Besonders herausfordernd für mich war es, die einzelnen Verrechnungsweisen der Kostenstellen zu verstehen und mit dem jetzigen Kenntnisstand der Produktion des nächsten Jahres eine schlüssige Planung aufzustellen. Es müssen zukünftige Kostenstellenstrukturen durchdacht werden, geplante Budgets plausibilisiert werden sowie Personalbedarfe mit geplanter Ablieferung und dafür erforderlicher Personalzeit verglichen werden.
Die Wirtschaftsplanphase im Controlling gibt mir so einen sehr tiefen und unerwartet hochinteressanten Einblick in die Abläufe und Kostenstruktur eines Werkes und ich bin mir sicher, dass diese Station meines Junior Managers Program mir bei meinen zukünftigen Aufgaben sehr weiterhelfen wird! Die Gelegenheit als Exot in einen völlig neuen Bereich eines Unternehmens zu blicken hätte ich mit einem Direkteinstieg in dieser Form sicher nicht gehabt und bekräftigt mich in meinem Empfinden, mit dem Junior Managers Program die richtige Einstiegsart ins Berufsleben gewählt zu haben!
Soviel von mir zur Halbzeit meiner Station und bis demnächst im Endspurt im Controlling!
Viele Grüße
Katrin
Erste Eindruecke aus Malaysia
Marius 21.Juli, 2008 @ 06:18 Abgelegt unter: Controlling / Logistik
Mittlerweile bin ich schon ein paar Wochen in unserem Werk in Malaysia, und ich habe ein bisschen schlechtes Gewissen, dass ich so lange nichts von mir habe hoeren lassen.Ich wurden von meinen Kollegen in der Finanz- und Controllingabteilung sehr herzlich aufgenommen und habe direkt erste Aufgaben uebertragen bekommen. Natuerlich dauert hier alles ein wenig laenger, bis man Laufwerkszugriffe, Email-Verschluesselung etc. hat und damit voll arbeitsfaehig ist (gerade jetzt streikt mal wieder der Server, deshalbt nutze ich die Zeit zum Bloggen). Meine Hauptaufgabe ist die Unterstuetzung der jaehrlichen Wirtschaftsplanung, die zurzeit in den Werken ihre Hauptphase erreicht. Auf Basis der Produktionszahlen, die wir von der Zentrale bekommen, planen wir unsere Investitionen, Mitarbeiter und Kosten. Natuerlich arbeiten wir dabei sehr eng mit den einzelnen Abteilungen zusammen – einer der spannendsten Aspekte meiner Aufgabe. Wir praesentieren unserer Zentrale regelmaessig den aktuellen Stand und bekommen dann meist zusaetzliche Hinweise, die wir dann wieder an die Abteilungsleiter vor Ort weitergeben. Nachdem ich meine letzte Station in der Bosch-Zentrale auf der Schillerhoehe mit eher abstrakten und strategischen Themen verbracht habe, ist es nun besonders spannend, so nah am operativen Geschaeft zu sein.
Ein wichtiger Aspekt der Auslandstation ist es natuerlich auch, Land, Leute und Kultur kennenzulernen. Unter der Woche muss ich sehr viel arbeiten, sodass leider nicht viel Zeit fuer Erkundungen bleibt, die Wochenenden werden dafuer aber umso intensiver genutzt. Bisher standen unter anderem Singapur, die Highlands auf dem Festland sowie diverse Inseln in der Naehe von Penang (der Standort des Werkes) auf dem Programm. Faehren, Fluege, Busse aber auch die Unterkuenfte sind im Vergleich zu Deutschland sehr guenstig, deshalb macht es umso mehr Spass, das Land zu erkunden. Ich sehe gerade, dass der Laufwerkszugriff wieder funktioniert, ich muss also wieder an die Arbeit…
Erfahrungsaustausch mit Power Tools
Marius 16.Januar, 2008 @ 12:26 Abgelegt unter: Controlling / Logistik
Ich sitze gerade im Zug von Stuttgart nach Hildesheim und nutze die Gelegenheit zum Bloggen. Gerade hatte ich ein Kennenlerngespräch mit dem Traineebeauftragten der Abteilung, in der ich meine nächste Station absolvieren werde. Ab März werde ich für drei Monate in der Zentrale auf der Schillerhöhe bei Stuttgart arbeiten. Die Abteilung dort beschäftigt sich mit strategischem Controlling und Unternehmensakquisitionen – meiner Meinung nach sehr spannende Themen. Mögliche Aufgaben für mich werden Unternehmensbewertungen sowie die Erstellung von Analysen zu bestimmten Märkten und Geschäftsfeldern sein. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt und freue mich auf den Wechsel und die neuen Aufgaben.
Für mein Projekt beim Kundendienst – der Optimierung des Planungsprozesses – haben wir mittlerweile verschiedene Prozessalternativen bewertet und mit den betroffenen Abteilungen diskutiert. Insgesamt wird es vermutlich auf eine stärkere Aggregation und einhergehend auf einen geringeren Ressourceneinsatz hinauslaufen. Am Freitag präsentieren wir dem Leiter des Kundendienstes die bisherigen Ergebnisse und Vorschläge zum weiteren Vorgehen. Wenn er mit unserem Konzept einverstanden ist, geht es dann um die Genehmigung durch unseren Bereichsvorstand und die Erarbeitung konkreter Umsetzungsmaßnahmen. Häufig fragt man sich, wie andere Geschäftsbereiche bei Bosch mit bestimmten Problemen umgehen und diese lösen. Deshalb habe ich letzte Woche zusammen mit zwei Kollegen von Blaupunkt die Kundendienstwerkstatt des Geschäftsbereichs Elektrowerkzeuge besucht. Neben einer interessanten Besichtigung des Standorts haben wir uns intensiv über unser jeweiliges Vorgehen bei der Wirtschaftsplanung ausgetauscht. Die Kollegen von Power Tools haben teilweise die gleichen Schwierigkeiten, sodass wir uns gegenseitig neue Ideen mitgeben konnten.
Wirtschaftsplan beim Service
Marius 17.Dezember, 2007 @ 09:59 Abgelegt unter: Controlling / Logistik
Eines der Themen, das ich zurzeit im Produktbereich Service von Blaupunkt bearbeite, ist die Optimierung des Planungsprozesses. Einmal jährlich erstellt jeder Bosch Geschäftsbereich seinen Wirtschaftsplan (Wipl). Dabei handelt es sich um eine komplette Gewinn- und Verlustrechnung mit Planwerten für die nächsten drei Jahre. Ziel ist es, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und außerdem die Grundlage für die Ergebnisrechnung in SAP zu legen.
Da die Wirtschaftsplanung eines der zentralen Themen im Controlling ist und sich jeder Controlling-Mitarbeiter über mehrere Monate im Jahr damit beschäftigt, will ich etwas genauer darauf eingehen. Die Grundlage für den Wipl legt der Vertrieb, der die Absatzzahlen für alle herzustellenden Produkte plant. Diese Absatzzahlen werden dann auf die Werke verteilt, die daraufhin ihre Herstellkosten und Investitionen bestimmen. Parallel dazu werden Gemeinkosten wie Entwicklung, Vertrieb und Verwaltung geplant. Natürlich gibt es bei diesem Vorgehen mehrere Iterationen; Zwischenstände werden dem Bereichsvorstand präsentiert, der dann wieder Änderungen vorgibt. Als Trainee bei der Wirtschaftsplanung mitzuarbeiten gibt einem die Möglichkeit, sehr schnell einen umfassenden Überblick über den Geschäftsbereich zu erhalten, da das Controlling die gesamte Koordination übernimmt. Insgesamt handelt es sich um einen sehr komplexen Prozess, von dem ich bisher nur die Grundlagen mitbekommen habe.
Da der Produktbereich Service eine Vielzahl an Ersatzteilen sowie Produkte, die schon seit einigen Jahren nicht mehr gefertigt werden, an seine Kunden ausliefert, hat er ein wesentlich umfangreicheres Produktspektrum als ein „normaler“ Produktbereich wie zum Beispiel Radio. Dadurch gestaltet sich auch der Planungsprozess erheblich komplexer. Ziel meines Projektes ist es, alternative Planungssystematiken zu entwickeln, zu bewerten und anschließend dem Bereichsvorstand eine Entscheidungsvorlage zu präsentieren. Dazu habe ich zusammen mit der zuständigen Controllerin einige Prozessalternativen entworfen, die wir morgen in einem Workshop mit den Service-Abteilungsleitern detaillieren und beurteilen.

